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2018: Arbeitslosigkeit in der mittleren Oberpfalz erneut gesunken

8 Minuten Lesezeit (1554 Worte)
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Auf dem Arbeitsmarkt in der mittleren Oberpfalz setzte sich der Jobaufschwung im Jahr 2018 fort. Die Arbeitslosigkeit ging weiter spürbar zurück. Die Arbeitslosenquote sank von 3,0 Prozent im Vorjahr auf 2,7 Prozent im Jahr 2018. In allen drei Landkreisen im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf steht erneut bei der Arbeitslosenquote eine „Zwei" vor dem Komma. Auch in der kreisfreien Stadt Amberg verbesserte sich die Quote wiederum, und zwar von 5,3 Prozent im Vorjahr auf 4,4 Prozent im Jahr 2018. „Der Wirtschaftsstandort mittlere Oberpfalz steht nicht still, sondern entwickelt sich dynamisch weiter. Immer weniger Menschen in der Region sind von Arbeitslosigkeit betroffen. Das ist eine Entwicklung, auf die wir alle, die Betriebe, die Arbeitnehmer - und auch die Agentur - stolz sein können und sollten", sagte Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Der Arbeitsmarkt in der mittleren Oberpfalz war im Jahr 2018 von einer guten Entwicklung geprägt. Die Beschäftigung ist weiter gestiegen und die Arbeitslosigkeit ist insgesamt gesunken, obwohl noch immer Flüchtlinge in Beschäftigung zu integrieren waren. Bei guter konjunktureller Lage, bei der sich gegen Ende des vergangenen Jahres eine Abschwächung abzeichnete, entwickelte sich der Arbeitsmarkt positiv weiter. Die Erwerbstätigkeit stieg weiter an und die Arbeitslosigkeit ging zurück.

In der Oberpfalz lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2018 bei 2,6 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent). Kein anderer bayerischer Regierungsbezirk weist eine niedrigere Arbeitslosenquote auf, Schwaben liegt gleichauf. Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf waren im Jahr 2018 durchschnittlich rund 6.430 Personen arbeitslos gemeldet, rund 640 Personen bzw. 9,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Bei günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erreichte der Stand der Beschäftigung einen neuen Rekordwert. Die auf hohem Niveau liegende Nachfrage nach Arbeitskräften schwächte sich ab. Beeinflusst war die Arbeitsmarktentwicklung im vergangenen Jahr erneut von der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung der Integration von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen. Mit zukunftsgerichteten Programmen und Instrumenten wurde dieser Aufgabe weiter begegnet. Das Handeln der Arbeitsagentur diente dabei den Geflüchteten ebenso wie inländischen Personen, für die mit zielgerichteter Beratung und Förderung die Integrationschancen gesteigert wurden.

Nach Rechtskreisen betrachtet, ging die Arbeitslosigkeit im Schwandorfer Agenturbezirk im Bereich des SBG III um rund 170 Personen bzw. 4,4 Prozent leicht zurück. Im Rechtskreis SGB II „Hartz IV" ging die Arbeitslosigkeit beachtlich zurück, und zwar um rund 470 Personen bzw. 15,1 Prozent.

Zahl der Neuanmeldungen gesunken

Im Jahr 2018 meldeten sich rund 28.420 Personen neu oder erneut arbeitslos, 1410 Personen bzw. 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei insgesamt rückläufiger Arbeitslosigkeit sank auch die Zahl der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit. Rund 11.330 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden, 900 Personen bzw. 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Langzeitarbeitslosigkeit zurückgegangen

Langzeitarbeitslose, das sind Personen, die bereits ein Jahr und länger arbeitslos sind, konnten von der günstigen Entwicklung des Arbeitsmarktes beachtlich profitieren.

Im Jahr 2018 gab es durchschnittlich rund 1.260 Langzeitarbeitslose, 270 Personen bzw. 17,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Stellenbestand spürbar gestiegen

Die auf hohem Niveau liegende Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im vergangenen Jahr abgeschwächt. Insgesamt meldeten Betriebe und Verwaltungen im Jahresverlauf 2018 rund 14.320 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung, 1.360 Angebote weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 8,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017.

Spürbar angestiegen ist der Bestand an Stellenangeboten. Jahresdurchschnittlich waren im Jahr 2018 rund 4.940 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote registriert, rund 500 Angebote bzw. 11,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Beschäftigung erreicht neuen Höchststand

Die Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf ist so hoch wie nie zuvor. Nach den aktuellen Ergebnissen der Beschäftigtenstatistik waren Ende Juni 2018 im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf 165.480 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren rund 3.590 Personen bzw. 2,2 Prozent mehr als im Jahr 2017. Der leichte Beschäftigungsanstieg erstreckt sich quer durch die Wirtschaftszweige.

Effekte der Ausländer

Zum Beschäftigungsaufbau trägt auch die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften bei. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer Staatsbürgerschaft ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 2.140 auf 16.780 gestiegen, das entspricht 14,6 Prozent. Die Beschäftigung von Deutschen ist um 1.450 Personen bzw. 1,0 Prozent auf 148.670 gestiegen.

Die Zahl der Beschäftigten aus den acht nicht-europäischen Asylherkunftsländern ist um rund 350 bzw. 86,2 Prozent auf 750 gestiegen.

Geringfügig angestiegen ist auch die Zahl der „Minijober". Ende Juni 2018 gab es im Gesamtbezirk der Schwandorfer Arbeitsagentur rund 40.400 geringfügig entlohnte Beschäftigte, 680 Personen bzw. 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ausblick auf das Jahr 2019

Trotz des gedämpften Wirtschaftswachstums wird prognostiziert, dass sich der regionale Arbeitsmarkt weiter günstig entwickeln wird. Voraussichtlich wird die Arbeitslosigkeit weiter – wenn auch etwas schwächer – sinken und die Beschäftigung auf stabilem Niveau bleiben.

Die Agentur für Arbeit Schwandorf will im Jahr 2019 ein besonderes Augenmerk auf das Thema Langzeitarbeitslosigkeit richten. Ziel ist es, für Langzeitarbeitslose besondere Unterstützungsmöglichkeiten zu bieten, da es diesen Personen trotz guter Arbeitsmarktlage kaum gelingt, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Davon betroffen sind Menschen, die zu einem Großteil unbedingt wieder arbeiten möchten. Mit Lohnkostenzuschüssen für sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse oder die Übernahme von Weiterbildungskosten bzw. die Übernahme der Kosten einer beschäftigungsbegleitenden Betreuung (Coaching) eröffnen sich für Langzeitarbeitslose neue Teilhabechancen und Beschäftigungsperspektiven.

Beim Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit setzt die Agentur auf die Mitwirkung von geeigneten Partnern. Das Problem ist ein gesamtgesellschaftliches, dessen Lösung die Mitwirkung verschiedener Akteure bedarf.

Weiterhin von großer wirtschaftlicher Bedeutung wird es sein, den Menschen, die bislang nicht von der guten Entwicklung profitieren konnten, die Integration am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Um der Nachfrage nach Arbeitskräften der Unternehmen zu begegnen, will die Agentur für Arbeit Schwandorf weiterhin das in- und ausländische Fachkräftepotential aktivieren und qualifizieren. Dort wo Engpässe entstehen, sollen passende Lösungen entwickelt werden. Damit wurden in der Vergangenheit bereits gute Ergebnisse erzielt.

Dabei will die Agentur für Arbeit Schwandorf wichtige Impulse für die Weiterbildung und Qualifizierung setzen.

Ziel ist es weiterhin, junge Menschen mit ihren besonderen Bedürfnissen gezielt zu unterstützen. Gerade an den Übergängen Schule und Berufsausbildung bzw. Studium besteht oft Beratungsbedarf, da in diesem Lebensabschnitt wichtige berufliche Weichen gestellt werden. Dabei helfen die Berater der Agentur den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um so der Wirtschaft die dringend benötigten Fachkräfte von Morgen zuzuführen.

Das Qualifizieren und Integrieren von Menschen mit Fluchthintergrund bleibt eine wichtige Aufgabe - ebenso das Voranbringen der Inklusion. Hier gibt es Potentiale bei den Kunden, die schon jetzt auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und deren Ausschöpfung in Zukunft sicherlich noch wichtiger wird.



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Regionale Entwicklung des Arbeitsmarktes

Landkreis Schwandorf

Im Bezirk des Landkreises Schwandorf waren im Jahr 2018 durchschnittlich 2.140 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit spürbar, und zwar um rund 190 Personen bzw. 8,0 Prozent.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote ging von 2,8 Prozent im Jahr 2017 auf 2,5 Prozent im Jahr 2018 zurück.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen sank gegenüber dem Vorjahr um rund 310 Meldungen bzw. 3,0 Prozent auf 9.980.

Die Kräftenachfrage bewegte sich im Jahr 2018 weiter auf hohem Niveau. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 5.520 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung, rund 930 Angebote bzw. 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenpool ist im Jahr 2018 weiter gewachsen. Durchschnittlich waren rund 1.980 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, rund 190 bzw. 10,7 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Landkreis Amberg-Sulzbach

Im Bezirk des Landkreises Amberg-Sulzbach waren im Jahr 2018 durchschnittlich rund 1.440 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit merklich, und zwar um rund 160 Personen bzw. 9,8 Prozent.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote ging von 2,7 Prozent im Jahr 2017 auf 2,4 Prozent im Jahr 2018 zurück.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen sank gegenüber dem Vorjahr um rund 580 Meldungen bzw. 9,4 Prozent auf 5.610.

Die Kräftenachfrage bewegte sich im Jahr 2018 weiter auf hohem Niveau. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen - ähnlich wie im Vorjahr - rund 2.210 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung. Der Stellenpool ist im Jahr 2018 weiter gewachsen. Durchschnittlich waren rund 780 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 120 bzw. 18,3 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Stadt Amberg

Im Bezirk der kreisfreien Stadt Amberg waren im Jahr 2018 durchschnittlich rund 1.030 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit beachtlich, und zwar um rund 190 Personen bzw. 15,8 Prozent.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote ging von 5,3 Prozent im Jahr 2017 auf 4,4 Prozent im Jahr 2018 zurück.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen sank gegenüber dem Vorjahr um rund 220 Meldungen bzw. 5,1 Prozent auf 4.170.

Die Kräftenachfrage bewegte sich im Jahr 2018 weiter auf hohem Niveau. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 2.240 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung, rund 30 Angebote bzw. 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Stellenpool ist im Jahr 2018 weiter gewachsen. Durchschnittlich waren rund 620 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 100 bzw. 19,0 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Landkreis Cham

Im Bezirk des Landkreises Cham waren im Jahr 2018 durchschnittlich rund 1.820 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit leicht, und zwar um rund 110 Personen bzw. 5,5 Prozent.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote ging von 2,7 Prozent im Jahr 2017 auf 2,5 Prozent im Jahr 2018 zurück.

Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen sank gegenüber dem Vorjahr um rund 300 Meldungen bzw. 3,4 Prozent auf 8.660.

Die Kräftenachfrage bewegte sich im Jahr 2018 weiter auf hohem Niveau. Im Laufe des Berichtsjahres meldeten Betriebe und Verwaltungen rund 4.360 neue sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung, rund 460 Angebote bzw. 9,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenpool ist im Jahr 2018 weiter gewachsen. Durchschnittlich waren rund 1.560 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 90 bzw. 6,2 Prozent mehr als im Jahr 2017.

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