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Kennametal Das Unternehmen Kennametal baut am Standort Nabburg Arbeitsplätze ab.

"America first" bei Kennametal?

3 Minuten Lesezeit (527 Worte)
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Nabburg. Die Betriebsräte an den Kennametal-Standorten Vohenstrauß und Nabburg beriefen am Dienstag Betriebsversammlungen ein, um ein Zeichen gegen den Abbau weiterer Arbeitsplätze im Konzern zu setzen. Anschließend informierten der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, Udo Fechtner, sowie die Betriebsratssprecher der Nabburger Werke, Wolfgang Zirwick und Franz Forster, und der Betriebsratsvorsitzende des Standortes Vohenstrauß, Markus Baierl, im Gasthaus „Zum Kräuterbeck" die Öffentlichkeit.

Der amerikanische Konzern werde zwar keinen der drei Standorte in der Oberpfalz schließen, so Fechtner, dafür aber seien drei Betriebe in anderen Regionen betroffen. Die Werke in Essen (400 Mitarbeiter), Lichtenau (130) und Neunkirchen (90) stünden vor dem Aus, so der Gewerkschaftsfunktionär. Die Beschäftigten in Nabburg und Vohenstrauß bekundeten bei den Betriebsversammlungen am Dienstag ihre Solidarität mit den betroffenen Kollegen und forderten die Konzernleitung auf, ihre Schließungspläne zu revidieren.


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Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, Udo Fechtner (rechts), und der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Kennametal Nabburg, Wolfgang Zirwick (links), berichteten über die Betriebsversammlungen in den Kennametal-Werken in Vohenstrauß und Nabburg.

Von der Strategie der „Gewinnmaximierung" des Spezialwerkzeug-Herstellers mit Stammsitz in Pennsylvania seien auch die Oberpfälzer Standorte betroffen, erklärt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des „Kennametal-Fine-Machining-Werks" in Nabburg, Wolfgang Zirwick. Im Juli verloren 56 Mitarbeiter ihren Job. Mit den verbleibenden 152 Beschäftigten wolle die Werksleitung zwar weiterhin hochwertiges Werkzeug für die Automobilindustrie sowie für die Luft- und Raumfahrt herstellen, doch werde dies bei der knappen Kosten-Nutzen-Rechnung des Arbeitgebers nicht lange gut gehen, befürchtet Wolfgang Zirwick. Dabei sei die Nachfrage nach hochwertigen Werkzeugen ungebrochen.


„Kennametal ist kein Sanierungsfall", stellte IG-Metall-Vertreter Udo Fechtner fest. Der Konzern verdiene „gutes Geld", bekomme aber nicht genug und wolle die Gewinne weiter auf Kosten der Belegschaft maximieren. Fechtner macht sich auch um die Oberpfälzer Standorte Sorgen und befürchtet auch in den Werken Nabburg und Vohenstrauß weiteren Personalabbau und tarifliche Einschränkungen. Dass die Bedenken berechtigt seien, zeige das Beispiel Essen, so der IG-Metall-Bevollmächtigte. Der dortige Standort liege im Ranking der sechs deutschen Werke aus wirtschaftlicher Sicht an erster Stelle, soll aber geschlossen werden. Die Pläne seien nicht nachvollziehbar, so Fechtner.


Dieses rigorose Vorgehen der amerikanischen Konzernspitze beunruhigt die Beschäftigten in der Oberpfalz. Am meisten Sorgen macht sich Wolfgang Zirwick. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von „Kennametal Fine Machining" sieht die Felle davonschwimmen. Für ihn steht auch der Standort Nabburg mittelfristig vor dem Aus. Er kann sich noch gut an Zeiten erinnern, als bei „Kennametal Fine Machining" über 300 Kollegen beschäftigt waren. Das war vor gut zehn Jahren. Jetzt sind es nur noch 156. Der Pessimismus Zirwicks rührt daher, dass der Betrieb „An der alten Naab" fast ausschließlich Sonderanfertigungen auf Kundenwunsch herstelle. „Aber daran wird zu wenig verdient, das ist zu kompliziert", so seine Einschätzung. 


Vorsichtig optimistisch sind hingegen Markus Baierl (Betriebsratsvorsitzender in Vohenstrauß) und Betriebsratsvorsitzender Franz Forster vom Kennametal-Werk links der Naab in Nabburg. Vohenstrauß mit seinen derzeit 370 Beschäftigten soll sogar noch ausgebaut werden, hieß es. Am zweiten Nabburger Standort liegt die Zahl der Beschäftigten derzeit bei 260. „Auch bei uns wird investiert, aber auch automatisiert", sagt Franz Forster. Die Automatisierung könne zu einem Stellenabbau führen. 


Udo Fechtner stellt fest, dass Kennametal eigentlich sehr gut mit den Werken verdiene. „Aber denen geht es um Gewinnmaximierung und Margenstrategie", bedauert der Gewerkschafter, der eine „America-First-Gesinnung" beobachtet.

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