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F50FC030-AA0E-4589-BEFA-5211B74D2C6C Die Gruppe bei der Begehung. Bildnachweis: Jan Kiver/Uniper SE

Vom Tagebau zum natürlichen Lebensraum

2 Minuten Lesezeit (415 Worte)
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​Wackersdorf/Steinberg. Es ist das letzte große und präsente Relikt der glorreichen Braunkohlevergangenheit einer gesamten Region: Seit einem Jahr rollen schwere Baumaschinen über das Gelände des ehemaligen „Westfelds" entlang der Industriestraße.

Wo die Bayerische Braunkohlen Industrie (BBI) bis vor einigen Jahrzehnten tonnenweise Braunkohle aus der Erde förderte und später Kohle und Asche lagerte, entsteht nun ein wertvoller Naturraum. Das für die Rekultivierung federführend verantwortliche Unternehmen Uniper SE lud die Gemeinderäte der anliegenden Ortschaften Wackersdorf und Steinberg am See sowie Vertreter der Umweltbehörde des Landratsamtes, zu einer Informationsveranstaltung auf das Areal ein. Dem Termin war Ende Oktober bereits eine Info-Tour mit Landrat Thomas Ebeling und den Bürgermeistern Thomas Falter und Harald Bemmerl vorausgegangen.

„Die Rekultivierung ist zum einen bergbauliche Pflicht, zum anderen die einmalige Chance, hochwertige Flächen für den Naturschutz und neuen Lebensraum in der Region zu schaffen", schilderte Andreas Stake, Leiter des Uniper-Projekts Oberpfälzer Seenland. Konkret entstehe hier eine leicht hügelige Landschaft mit mageren Blühwiesen.


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Dr. Matthias Alte vom Planungs- und Gutachterbüro BASE TECHNOLOGIES GmbH erklärte ausführlich, welchen Wert die Magerböden als Lebensraum hätten: „Es hat viel für Verwirrung gesorgt, wieso wir hier Bäume fällen, um Magerrasen anzulegen. Aus Sicht des Naturschutzes sind diese Magerböden, deren Erdreich übrigens komplett aus der näheren Umgebung stammt, sehr hochwertig." 

Die rund 55 Hektar großen Rekultivierungsflächen des Westfelds seien in ein insgesamt 80 Hektar großes Gesamtkonzept mit üppigem Waldbewuchs eingebunden, die Wiesenflächen seien somit die perfekte Ergänzung. „Allem was hier passiert, sind langjährige Bestandsaufnahmen vorausgegangen, immer mit einem klaren Fokus auf dem Schutz von Natur und Arten", ergänzte Andreas Stake.

Wie das Ganze am Ende aussehen wird, konnte die Exkursionsgruppe bereits an einem abgeschlossenen Bauabschnitt begutachten. Hier fielen vor allem zahlreiche sogenannte „Totholz-Habitate", also Holzstapel, die als Lebensräume für Tiere und Insekten dienen, und die unterschiedlichen „Pflege-Zustände" einzelner Abschnitte ins Auge. Ganz gezielt würden hier beispielsweise jeweils nur Teilflächen gemäht, sodass immer Lebensräume mit unterschiedlichen Bedingungen zur Verfügung stünden.

Die Fertigstellung des Gesamtprojekts wird für Ende 2022 erwartet, dann sind der ehemalige Westfelddamm und das angrenzende Westfeld vollständig rekultiviert. Der Damm trennte zu BBI-Zeiten das Zentralfeld, den heutigen Knappensee und Steinberger See, vom Westfeld, im Laufe der Zeit wurde die im Norden angrenzende Fläche als Deponie und Lagerfläche genutzt.

Kurz vor dem Abschluss stehen übrigens die letzten Arbeiten im Bereich des Geotops, in Kürze könne dies wieder regulär für Besucher geöffnet werden.

Die Informationsveranstaltung mit einer mehrstündigen Befahrung und Begehung des gesamten Rekultivierungsgebietes kam bei allen Teilnehmern bestens an. Eine Fortsetzung für das neue Jahr ist bereits in Planung.

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