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4CD73D0A-C21B-4948-B47D-DFA30A4ED0CC Josef Stuber sen. neben dem Schild, das an die Ereignisse erinnern soll.

Walder Erinnerungen an den 2. Weltkrieg

2 Minuten Lesezeit (318 Worte)
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Wald. Im Wald zwischen Luckstein und Mainsbauern in der Gemeinde Wald befindet sich ein großes Loch, davor steht ein Holzschild mit der Aufschrift: „Im April 1945 mußten wir 14-jährigen Burschen 1 Meter tiefe Löcher graben, um mit der Panzerfaust vorbeifahrende, amerikanische Panzer abzuschießen. Josef Stuber sen." 

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Das Schild gibt es schon lange, jetzt wurde es durch ein neues ersetzt. Josef Stuber will nicht, dass vergessen wird, was passiert ist. Mitglieder der NSDAP hatten ihn und ein paar andere Burschen damit beauftragt, drei metertiefe Löcher auszuheben. Dort sollten die Burschen liegen und auf amerikanische Panzer warten. Zum Einsatz kamen die Löcher aber nicht.

Noch eine weitere Erinnerung hat sich fest in den Kopf von Josef Stuber eingebrannt. Am 24. April 1945 kamen nachmittags um 15 Uhr 500 Insassen des Konzentrationslagers Flossenbürg nach Wutzldorf. Heute weiß man, sie befanden sich auf einem der sogenannten Todesmärsche. Begleitet wurden sie von 15 Soldaten.


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Die Gefangenen wurde in die Scheune der Familie Stuber und des Nachbarn einquartiert, damit sie dort übernachteten. Die Soldaten schliefen im Wohnhaus. In der Nacht hörte man die Gefangenen vor Hunger schreien, erzählt Josef Stuber. Da habe man schon Angst bekommen.

Einer der Gefangenen war Friseur und kam am Abend ins Haus. Er musste den Soldaten die Haare schneiden. Die Familie Stuber gab ihm heimlich etwas Essen mit. Am nächsten Morgen mussten die Familie Stuber und die Nachbarn im Kartoffeldämpfer jeweils eine Zehntner Kartoffel dämpfen. Jeder der Gefangenen erhielt drei Kartoffeln. Nachfassen war nicht erlaubt.

Die Gefangenen wurden abgezählt und zehn fehlten. Sie hatten sich im Heu versteckt, doch sie wurden gefunden und hinter dem Hof erschossen. Begraben wurden sie von Parteimitgliedern der Walder NSDAP in der Nähe. Ein halbes Jahr später wurden ihre Leichen dann wieder ausgegraben und auf dem KZ-Friedhof in Wetterfeld beerdigt. Für die anderen Gefangenen ging es weiter Richtung Rettenbach, doch schon bald trafen sie auf die amerikanischen Soldaten, die sie befreien sollten.

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